Herkunft unseres Stils

Unsere Clubgeschichte

 

Das "sakura-no-dojo" und sein Gründer

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Unser Club wurde in den 60er-Jahren von Meister Yves Cauhépé (5. Dan) gegründet. Damals war er ein Teil des Freiburger Judo-Aikido-Karate-Clubs (JAKC). Im Jahre 1995 erhielt er durch Meister Bernard Gremaud (6. Dan) seinen heutigen Namen «sakura-no-dojo» (übersetzt: Dojo des Kirschbaumes). 


Bernard entdeckte Aikido, als ihm 1967 seine ältere Schwester Eliane von einer aussergewöhnlichen Kampfsportart erzählte, die sie per Zufall nach ihrem Judotraining im Dojo von Jean-Pierre Paillard gesehen hatte. Das besagte Training leitete damals Meister Yves Cauhépé, welcher 1963 aus Frankreich in die Schweiz gekommen war und nun in Fribourg Aikido unterrichtete. Cauhépé war seit 1958 Schüler von Meister André Nocquet (8. Dan), welcher die Kampfkunst Aikido im Japan direkt als Hausschüler bei dessen Gründer, O Sensei Morihei Ueshiba (übersetzt: Grossmeister), erlernt hatte. Die runden Bewegungen und eleganten Falltechniken faszinierten Bernard sehr, waren sie doch sehr verschieden von denen, die er aus dem Judo kannte. Bernard begann sofort intensiv bei Meister Cauhépé zu trainieren und machte im Jahr 1972 seinen ersten Dan. 

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Yves Cauhépé 
Vorführung in Bern
(private Ausnahme, 1973)

André Nocquet und Yves Cauhépé

(calendrier Aikido Union-Européenne 1997)

Da Aikido in der Schweiz zu dieser Zeit noch wenig bekannt war, gründeten Yves Cauhépé und Jean-Pierre Paillard zusammen mit Bernard Gremaud im Jahr 1971 den von Japan unabhängigen «Schweizerischen Aikido Verband» (SAV). Dieser sollte die Verbreitung und Ausübung von Aikido in der Schweiz fördern und alle verschiedenen Aikido-Stilrichtungen unter einem Dach vereinen. Dank seiner philosophischen Offenheit waren seine Mitglieder in der Wahl ihres Stils und ihrer Ausrichtung frei. 


Im Jahr 1979 wurde Bernard Präsident des SAV und lenkte dessen Geschehen für 20 Jahre bis zum Jahr 1998. In dieser Zeit entstanden zahlreiche neue Aikido-Vereine, von denen sich viele dem SAV anschlossen. Während dieser Jahre gehörten dem SAV etwa 30 Vereine aus allen Regionen der Schweiz an.


Leider starb Yves Cauhépé jedoch bereits 1980 im Alter von erst 48 Jahren. Zusammen mit einigen anderen Schülern übernahm Bernard den Aikido-Unterricht des JAKC, dem damals Cauhépé angeschlossen war. Um sein Aikido weiter zu entwickeln, nahm Bernard an zahlreichen Lehrgängen mit grossen Meistern teil, unter anderem mit Meister Koichi Tohei (9. Dan), mit Meister Hirokazu Kobayashi (8. Dan) und mit Meister André Nocquet, in dessen Anwesenheit er 1984 seine Prüfung zum 4. Dan ablegte und so selber Sensei (übersetzt: Meister) wurde. 

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Koichi Tohei
Internationaler Stage in Thonon
(private Aufnahme, 1978)

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André Nocquet

(Calendrier Aikido Union-Européenne 1977)

Besonders beeindruckte Bernard das Aikido von Meister Kobayashi mit seinen kleinen aber ausserordentlich effektiven Handbewegungen. Von ihm lernte er die Besonderheiten des «meguri» (übersetzt: die kreisenden Bewegungen des Handgelenkes), welche er fortan auf alle nur denkbaren Techniken anwendete. Diese «meguri» wurden so zu einer der Besonderheiten und zum Markenzeichen seines Unterrichts. Immer wieder erklärte er die vielen verschiedenen Handstellung mit einem seiner liebevollen «comme ci ou comme ça». Während vieler Jahren organisiert Bernard Lehrgänge mit Meister Kobayashi in der Schweiz, an welchen regelmässig mehrere Hundert Aikidoka aus dem In- und Ausland teilnahmen. Dabei entstand zwischen ihm und Meister Kobayashi eine enge Freundschaft.

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Hirokazu Kobayashi

(Private Aufnahme, 1980)

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Hirokazu Kobayashi
Stage im Dojo Chocolat Villars in Fribourg
(private Aufnahme, 1986)

Ein anderer Schüler Cauhépés, Giuseppe Prestini, begann 1980 im Sport-Center Nippon Bern Aikido zu unterrichten. Zwischen Nippon Bern und dem JAKC wurden regelmässige, gemeinsame Trainings und Stages durchgeführt. Im Sport-Center Nippon begann Romy Rohr 1987 Aikido zu trainieren. Bernard und Romy reisten gemeinsam nach Japan zu Kobayashi und 1991 nach Portugal ins Dojo TEN-CHI, um dort Kurse bei Meister Georges Strobbaerts (8. Dan) zu besuchen. Diese besonders grossen, spiralförmigen Bewegungen sollten später die Aikido-Techniken von Romy Rohr Gremaud besonders prägen. Im Jahr 1992 erhielt sie ihren ersten Dan.

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Gemeinsames Aikidotraining in Bern
vorne von links nach rechts: Guiseppe Prestini, Bernard Gremaud, René Bohren, Ruedi Wegmüller, Daniel Zahnd, Rita Giacometto
(private Aufnahme, 2001)

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Georges Strobbaerts und Bernard Gremaud
im Dojo TEN-CHI in Portugal
(private Aufnahme,1991)

Im Jahr 1995 trennte sich Bernard Gremaud schliesslich vom den JAKC. Unser Club bekam den neuen Namen «sakura-no-dojo», und seine eigenen Statuten. Der neubenannte Club begann sein Training in dem Kollegium St. Michael und setzte dieses später in den Dojos Chocolat Villars und Marly fort. Schliesslich wurde Bernard 2004 von seiner Wohngemeinde Villars-sur-Glâne das neu gebaute Dojo Platy angeboten, in welchem unser Club bis heute dankbar seine Trainings abhält. In diesem Jahr wurde Bernard auch zum Ehrenpräsidenten des SAV ernannt.
Romy Rohr Gremaud erlangte im Jahr 2014 im nationalen Sportzentrum Tenero im Tessin ihren 4. Dan und wurde so ebenfalls Sensei. Sie hatte bereits seit vielen Jahren kleine Einheiten des Trainings von Bernard übernommen und so dessen «meguri» mit ihren «sphärischen» Drehbewegungen wie zum Beispiel dem «kaiten nage» (übersetzt: Radwurf) bereichert.

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Bernard Gremaud und Romy Rohr
Training in Payerne (private Aufnahme, 1989)

Bernard Gremaud und Romy Rohr
(private Aufnahme, 1993)

Im Jahr 2017 feierte Bernard schliesslich sein 50-jähriges Jubiläum als aktiver Aikidoka! Aus redlichem Verdienst für sein ausserordentliches Engagement im Aikido wurde ihm im Mai 2021 anlässlich der Generalversammlung des SAV im Kollegium St. Michael (Freiburg) der 7. Dan verliehen. Bernard darf nun zufrieden auf mehr als ein halbes Jahrhundert erlebnisreiches Aikido und über 40 Jahre Unterrichten zurückblicken. In dieser Zeit formierte er mehrere Generationen von motivierten Aikido-Schülern. Er hat sich nun dazu entschlossen, die technische Leitung an seine Frau, unsere Sensei Romy Rohr Gremaud weiterzugeben und sich aus dem aktiven Training langsam zurückzuziehen. Der Club bekommt so eine neue technische Leitung, die den Aikido-Stil von Bernard wie keine andere kennt. So wird die Kontinuität der technischen Ausrichtung des Aikidos von Bernard gewährleistet und gleichzeitig durch viele «sphärische» Bewegungen von Romy erweitert. 


Wir, die Clubmitglieder, schauen mit grosser Achtung und Dankbarkeit auf die schöne Zeit mit Bernard zurück und wünschen Romy als neue technische Leiterin von Herzen alles Gute.

Schweizerischer Aikido Verband (SAV)

Unser Aikidoclub gehört dem nationalen Verband SAV an. Dieser besteht gegenwärtig aus etwa 15 Aikidoclubs aus der deutschen, der französischen und der italienischen Schweiz.

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Der SAV existiert seit 1971 und wird 2021 sein 50 -jähriges Jubiläum feiern. Jedes Jahr organisiert der SAV mehrere Lehrgänge, an denen verschiedene Lehrer des SAV unterrichten und an denen die Dan-Prüfungen abgenommen werden. Der grösste nationale Lehrgang findet meistens im nationalen Sportzentrum Magglingen statt; dorthin wird jedes Jahr ein anderer grosser Aikidomeister aus dem Ausland eingeladen. Diese Lehrgänge sind wichtige Gelegenheiten sich zu treffen, Freundschaften zu pflegen und verschiedene Aikidostile auszutauschen.

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Prüfungen

Unsere Mitglieder haben die Möglichkeit verschieden gradierte Prüfungen abzulegen, bei welchen sie einzelne Aikido-Techniken vorzeigen müssen. Es gibt fünf Prüfungen vor dem schwarzen Gurt: die erste Prüfung führt zum 5. Kyu (gelber Gurt), die zweite zum 4. Kyu (orangener Gurt), die dritte zum 3. Kyu (grüner Gurt), die vierte zum 2. Kyu (blauer Gurt) und die letzte Prüfung zum 1. Kyu (brauner Gurt). Bis zum braunen Gurt finden die Prüfungen während eines normalen Trainings in unserem Dojo statt. Die jeweiligen Techniken werden vom technischen Leiter des Dojos überprüft. Die Prüfung zum schwarzen Gurt (auch 1. Dan genannt) und alle höheren Dan-Prüfungen finden an nationalen SAV-Lehrgängen und häufig in einem anderen Dojo statt. Für diese Prüfungen gibt es immer drei Experten, einer davon kann der technische Leiter des eigenen Dojos sein. 
Unser Prüfungsprogramm für die Kyu- und Dan-Grade sowie die dafür benötigte Anzahl an Trainingsstunden entspricht den Empfehlungen unseres Verbandes (SAV). Diese können unter den folgenden Links direkt auf der Webseite des SAV abgerufen werden:

Programm für Kyu-Prüfungen:

http://www.uas.ch/wp/wp-content/uploads/2017/05/UAS-Pr%C3%BCfungsprogramm-Kyu.pdf

Programm für Dan-Prüfungen:

http://www.uas.ch/wp/wp-content/uploads/2017/05/UAS-Pr%C3%BCfungsprogramm-Dan.pdf